« | Home | »

Rahmenplan Tübingen Weststadt: Ein Stadtteil entwickelt seine Zukunft

von Dirk Kron | 10. Juli 2016

IMG_3193 IMG_3183„100 Köpfe aus der Weststadt“ denken mit. Erste Planungswerkstatt zur Zukunft der Weststadt hat am 1. / 2. Juli 2016 erfolgreich in der Gemeinschaftsschule West stattgefunden.

Die Zufriedenheit war groß, als die erste Planungswerkstatt zum Zukunftsplan Weststadt am Samstag, 2. Juli  zu Ende gegangen war. Pünktlich um 17 Uhr konnte Bürgermeister Cord Soehlke ein Resumée ziehen: Er bedankte sich bei allen Teilnehmenden aus der Weststadt für eineinhalb Tage gemeinsamer Arbeit, die von einem intensiven, inhaltlich spannenden, fairen Austausch geprägt war.

Hartmut Andres, von der BI Weststadt zeigte sich beeindruckt von der großen Präsenz der Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die offene Gesprächspartner gewesen seien und es ermöglicht hätten, auf Augenhöhe zu diskutieren. Ein solches gemeinsames Nachdenken über die Zukunft des Stadtteils habe man sich lange schon gewünscht.

Auch für Manfred Kontzi, Vertreter des Ortbeirates  war die Planungswerkstatt ein Beispiel für gelungene Partizipation. Er sei besonders erfreut über die gute Mischung an Personen, die sich beteiligt hätten. Familien, Neubürger, Alteingesessene, Gewerbetreibende und Arbeitnehmer. Gefehlt hätten lediglich die Jugend, die ein eigenes Format bekommen soll, sowie Bürgerinnen und Bürger mit Migrationsgeschichte.

Rund 100 Weststädter hatten sich am Freitag um 18 Uhr eingefunden, um an den zukünftigen Leitlinien für die Weststadt zu arbeiten. Am Samstagmorgen um 10 Uhr waren erneut rund 70 Interessierte  dabei, als es zunächst um den  Dichtedialog ging.

Die Frage, was macht Dichte angenehm oder wann ist sie unangenehm wurde intensiv erörtert. In 6er-Gruppen wurden Erfahrungen und Beispiele ausgetauscht. Am Ende stand die Erkenntnis: es ist die Qualität der Baukultur, die Qualität der Freiräume und Wegebeziehungen und die Qualität der entstehenden Nachbarschaften die entscheiden, ob ein dichteres Zusammenleben als angenehm oder unangenehm erlebt wird. Somit ist Nachverdichtung mit dem Ziel bezahlbaren Wohnraum zu schaffen stets eine städtebauliche und freiraumplanerische Aufgabe, die zudem sozialräumliche Kompetenz frühzeitig mit einbinden muss.

Als es später um planerische Ideen für konkrete Teilräume, etwa rund um den Genkinger Spielplatz, den Westbahnhof oder das alte Milchwerk ging, fanden die Teilnehmenden in der Diskussion kaum ein Ende. Selbst die Mittagspause musste warten. Dass bei den intensiven Diskussionen nicht überall Konsens erzielt werden konnte ist nachvollziehbar. Die „eine“ Bürgermeinung gibt es nicht. Hier wird es nun Aufgabe der Fachleute aus der Stadtverwaltung sein, in einer interdisziplinären Projektgruppe Konsenspunkte aufzuzeigen und bei Konflikthemen unterschiedliche Szenarien zu entwickeln und dabei die Leitlinien im Blick zu behalten. Es soll schließlich ein Zukunftsplan werden, der aus der Weststadt „wieder etwas Ganzes“ macht, wie es eine Teilnehmerin formulierte.

Im Frühjahr 2017 wird eine zweite Planungswerkstatt folgen, in der die fachlichen Impulse der Verwaltung gemeinsam mit der Weststadt erneut intensiv diskutiert werden wird. Das Projekt führt suedlicht in Zusammenarbeit mit unserer Kollegin aus der Mediationsallianz Baden-Württemberg, Claudia Peschen, Ludwigsburg, durch.

IMG_3235

Topics: Allgemein | Keine Kommentare »

Einen Kommentar schreiben