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Digitalisierung in Kita und Grundschule – wie macht das Sinn?

von Dirk Kron | 6. Januar 2020

Moderiertes Fachgespräch

Im Rahmen des von der Stabstelle Freiburger Bildungsmanagement veranstalteten Fachtags „Urbanes Lernen. Morgen“ moderierte Dirk Kron (suedlicht) ein Fachgespräch zwischen Mattheo Pfleger, Stellvertretender Leiter Haus der Kinder am Hirzbergund Jeffrey Zainer, Lehrer an der Kopernikus Grundschule Freiburg. Was war das Ergebnis?

Aus Sicht der Entwicklungspsychologie und für eine sorgsame Reifung des Gehirns brauchen Kinder bis zum Ende des Grundschulalters ein reichhaltiges Bündel an sensorischen und motorischen Erfahrungen. Und es braucht Zeit, damit sich diese Erfahrungen vernetzen und „einbahnen“ können. Das breite Spektrum unserer Sinne vom BeGREIFen bis zum Gleichgewichtssinn benötigt vorwiegend reale, analoge und ganzkörperliche Primärerfahrungen, um sich vollständig ausbilden zu können. 

In den ersten Lebensjahren machen Kinder tiefgreifende und grundlegende Erfahrungen im sozialen Miteinander und mit ihren eigenen Emotionen. Diese Entwicklungen geschehen am besten, wenn Kinder eine sichere Bindung zu ihren Bezugspersonen haben und diese in der Lage sind, ihnen ein präsentes, fühlendes und spiegelndes Gegenüber zu sein.

Was müssen wir beachten, so dass durch den Einsatz digitaler Medien in der frühkindlichen Bildung diese basalen Entwicklungsprozesse nicht vernachlässigt werden und wie könnten wir digitale Medien konstruktiv in dieser Lebensphase nutzen?

Im Gespräch wurde deutlich, Digitale Medien sind Teil der Lebenswelt. Es geht nicht darum, sie aus den Lernwelten auszuschließen, sondern gesund mit ihnen umzugehen.

Das bedeutet: es ist zu klären, ab welchem Alter, in welcher Form, wie eingebettet und mit welchem Ziel digitale Medien einen Einsatz finden können oder sollen. Dabei steht das Wohl des Kindes im Mittelpunkt. Die motorische Entwicklung hat Vorrang. Als dosiertes Werkzeug, als praktisches Hilfsmittel können digitale Medien spielerisch und begleitet eingesetzt werden. Ausserdem wichtig: Die Eltern müssen ebenfalls dazu lernen und ihr eigenes Medienverhalten reflektieren. Es braucht Transparenz (was genau machen wir als Pädagogen und warum?) und eine klare Kommunikation zwischen Lehrkräften und Eltern.

Fazit
Das Problem ist nicht das Smartphone, sondern Vernachlässigung: ein Smartphone oder Tablet ist kein Babysitter und kein Kleinkindunterhalter. Als Handwerkzeuge sind digitale Medien Hilfsmittel, mit dem Ziel die eigenen Möglichkeiten zu erweitern (nicht zu ersetzen). Sie bieten dabei viele (sinnvolle) Möglichkeiten. Kinder kennen Smartphones von Ihren Eltern. Sie kopieren deren Verhalten. Daher ist es wichtig, dass Eltern ihre eigene Vorbildfunktion reflektieren. Digitale Medien sollten stets bewusst eingesetzt werden, mit Maß und Mitte. Und im Wissen um die aus der Hirnforschung abgeleiteten Rahmenbedingungen  und somit stets alters- und entwicklungsgerecht.

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