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Mobil sein in Konstanz – Masterplan Mobilität Konstanz 2020

von Christine Grüger | 1. Juli 2012

Während in vielen Kommunen beim heiklen Thema Mobilität und Verkehr gerne von Anfang an externe Berater herangezogen werden, hat die Stadt Konstanz einen anderen Weg eingeschlagen: verwaltungsintern wurde in einer fachübergreifenden Projektgruppe ein Entwurf zum Masterplan Mobilität Konstanz 2020 erarbeitet.

Dieser Entwurf sollte dann von der Öffentlichkeit unter die Lupe genommen und anschließend von einem externen Verkehrsplanungsbüro fachlich ausgewertet und aufbereitet werden, um den Masterplan endgültig abzuschließen.

Da OB-Wahlkampfzeiten in der Regel nicht hilfreich sind für eine faire und offene Öffentlichkeitsbeteiligung, lag der Beteiligungsphase und fachlichen Aufbereitung des Masterplans Mobilität ein straffer Zeitplan zugrunde. Bis zur OB-Wahl im Juli sollten die ersten Mobilitätsforen gelaufen sein. Im Dezember 2011 startete der Dialog „mobil sein in Konstanz“ im mit rund 100 Bürger und Bürgerinnen. Hier wurden erste Grundlageninformationen zu den Zielen des vorliegenden Masterplanentwurfs und die Zusammenhänge mit dem Stadtentwicklungsprogramm deutlich gemacht. Das beauftragte Verkehrsplanungsbüro Steteplanung aus Darmstadt fragte in der von uns moderierten Startveranstaltung das Mobilitätsverhalten verschiedener Bevölkerungsgruppen ab, d.h. Erwerbstätige, Besucher, Kinder und Jugendliche sowie Senior/innen und erhielt fast 250 wichtige Kommentare und Anmerkungen zum Masterplan.

Es blieb nicht mehr viel Zeit für das Verkehrsplanungsbüro um diese Anregungen fachlich aufzubereiten, denn bereits im April und Mai 2012 standen zwei Mobilitätsforen an: zuerst für die linksrheinische Seite, um schwerpunktmäßig die aktuellen Verkehrsvorhaben in der Altstadt und den Stadtteilen zu erörtern. Im zweiten Forum wurden die Planungen in den Ortsteilen behandelt. Suedlicht konzipierte die beiden Mobilitätsforen, um mit den eingeladenen Alltagsexperten die Zielvorschläge im Masterplanentwurf zu diskutieren und lokal zu konkretisieren.

Es steht einiges an in Konstanz:  ein Parkraumbewirtschaftung für die altstadtnahen Stadtteile, eine konsequente Fahrradwegeplanung sowie eine Lösung der jahrelangen Belastung der Altstadt durch Spitzenverkehre an Wochenenden oder zu speziellen Events wie z.B. Seenachtsfest, Weihnachtsmarkt. In den Ortsteilen wünschen sich die Teilnehmenden eine  Verbesserung im Radverkehrsnetz, eine erhöhte Verkehrsicherung und eine verbesserte Anbindung des Unicampus mit ÖPNV- Linien.

Um auf aktuelle Probleme zu reagieren und deutlich zu machen, dass als sinnvoll erkannte Massnahmen nicht bis zum Abschluss des Masterplanverfahrens warten müssen hat die Verwaltung auf Empfehlung von StetePlanung für den Verkehrsausschuß Anregungen  aus den Bürgerforen vorgestellt, die in einem ersten Schritt bereits in die Umsetzung gehen könnten. Folgende vier „Starterprojekte“ sollen nach der Entscheidung des Ausschusses zügig umgesetzt werden: Sonderservice Park&Ride an Spitzenbesuchstagen, Beitritt in die AG radfreundliche Kommune, Anschluss der Universität an den ÖPNV und Anwohnerparkregelungen.

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