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Von Werbe-Flyern und einer 3D-Reise durch die zukünftige Fußgängerzone von Schwenningen

von Dirk Kron | 26. Februar 2014

 

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Am 22. November berichteten wir im blog über eine erste Beteiligungsrunde zur künftigen Entwicklung der Schwenninger Fußgängerzone. Hatte im Herbst eine zahlenmäßig kleine aber umso engagierter und mutiger nach vorne denkende Teilnehmergruppe die Planer mit Hinweisen und Botschaften aus der Bürgerschaft versorgt, war am zweiten Termin der Bürgerbeteiligung der gewählte Festsaal bis auf den letzten Platz besetzt.
Im Vorfeld hatten wir mit der Verwaltung eine Strategie besprochen: wie wecken wir mehr Interesse? Wie häufiger in solchen Fällen gingen die Verantwortlichen zunächst davon aus, „Innenstadt, das interessiert die Leute“, da reicht ein Presseartikel aus. Dass dem nicht so sein muss, hatten wir im Vorfeld durchaus angemerkt – und genauso war es gekommen.
Der Druck war nun also da, für Termin 2 mehr Menschen zu interessieren und das Teilnehmendenfeld vielfältiger zu gestalten.
Wie in vielen Kommunen waren hierfür keine eigenen Budgetmittel vorhanden und Kapazitäten für etwas Werbeaufwand schien es auch keine zu geben. Insofern galt es kreativ zu sein, Ideen zu liefern und Motivation zu schaffen, im Sinne von: „Sie machen sich viel Arbeit, bereiten eine Veranstaltung inhaltlich exzellent vor, und dann kommt keiner: macht das Sinn?“

Bei gegebenen Rahmenbedingungen einigte sich die Vorbereitungsgruppe schließlich auf folgende preiswerte Kernidee: ein einfacher Flyer wurde selbst erstellt und in allen Geschäften in der Fußgängerzone ausgelegt. Dabei wurde wie nebenbei mit jedem Händler ein direkter Kontakt geknüpft, erste Gespräche fanden statt. Da die Händler selbst an einer revitalisierten Fußgängerzone großes Interesse haben, sorgten sie dafür, dass die Flyer nicht in einer Ecke sondern zentral an der Kasse auslagen.Und damit war neben der üblichen Pressearbeit und der direkten Einladung der Geschäftsinhaber oder von zentralen Gebäudebesitzern eine gute Informationsarbeit geleistet.

Die Veranstaltung selbst zeigte zu unserer eigenen Überraschung dass die „Pioniergruppe“ der ersten Bürgerwerkstatt im wesentlichen die richtigen Rückmeldungen eingebracht hatte und die beteiligten Planungsbüros selbige weitgehend aufgegriffen und planerisch geformt hatten. Der Architekt Herr Schlenker (Schlenker Architekten) stellte das zusammen mit Dr. Fahle (fsp Stadtplanung) und Herrn Bisswurm gemeinsam mit Planern der Stadt in mehreren Workshopschleifen erstellte und nach dem ersten Bürgerworkshop modifizierte Konzept vor. Dabei nutze er eine 3-D-Animation die die Teilnehmenden in gut 60 Minuten einen virtuellen Spaziergang durch die künftige Fußgängerzone machen ließ.

In einer anschließenden Beratungsphase der Bürger/innen in 6er-Gruppen ergab breiten Rückenwind. Selbst kritisch eingeschätzte Aspekte wie die Verlegung des Muslenbrunnens oder den geplanten Abbau einer Passagenüberdachung wurden mitgetragen. Zudem konnten noch einige Detail-Hinweise der Anwesenden aufgenommen werden. Anders als bei anderen Beteiligungsprozessen ist dieser Beteiligungsprozess ganz nah an der realen Umsetzung: Bereits im August werden die ersten Bagger rollen um Abschnittsweise die Fußgängerzone V-Schwenningens gemäß dieser neuen Planung umzugestalten. Die Presse berichtete euphorisch über die Veranstaltung.

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