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Erfolgreiche Konfliktmoderation: Leitbild Naturraum Wutachschlucht von Minister Alexander Bonde gewürdigt

von Dirk Kron | 15. September 2014

P1020727Erfolgreich konnte das Moderationsprojekt „Wutachschlucht“ abgeschlossen werden, das uns bereits im Jahr 2013 intensiv beschäftigt hatte.

Nach dem zweiten Teil der Zukunftswerkstatt am 17. Januar und der Erarbeitung eines abgestimmten Leitbildes und einer Projektliste wurde zwischen allen beteiligten Gebietskörperschaften und dem Regierungspräsidium Freiburg eine symbolische Gebietskarte unterzeichnet. Damit wurde auch symbolisch der Wille bekundet, die erarbeiteten Leitlinien ernst zu nehmen und zu Ihrer Umsetzung  beizutragen.

Der Moderationsprozess wurde von der Begleitgruppe analysiert und ausgewertet. Das Urteil war einhellig positiv. Sowohl der methodische Ansatz als auch die neu entstandene Gesprächskultur wurden gelobt: „Das haben Sie hervorragend gemacht“, so bedankte sich am Ende Vizeregierungspräsident und Auftraggeber Klemens Ficht.

Am 12. September wurde anlässlich des 75 jährigen Bestehens des Naturschutzgebietes Wutachschlucht ein im Thorbecke-Verlag publiziertes neues Standardwerk zur Wutach von Alexander Bonde, Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus am Ort der Zukunftswerkstatt in Bachheim/Löffingen vorgestellt, in dem das Leitbild enthalten ist.

Hier würdigte der Minister die „Zukunftswerkstatt Naturraum Wutachschlucht“ (Zitat):

„Die Zukunftswerkstatt hat meines Erachtens zu einem neuen vertrauensvollen Zusammenwirken auf beiden Seiten der Schlucht und zwischen verschiedenen Interessengruppen geführt.

Als ein „roter Faden“ zum künftigen Umgang mit dem Naturschutzgebiet und den immer wieder anstehenden Herausforderungen liegt das Leitbild nun auch gedruckt und unterzeichnet vor.

Ich bedanke mich bei allen, die zu diesem Dialog beigetragen haben, sehr herzlich für ihr Engagement und ihre Kompromissbereitschaft.

Sie haben die Schlucht als ein großes Ganzes erkannt, ein gemeinsames „Geschenk der Natur“, deren Erhalt und nachhaltige Nutzung ein immer wieder zu stärkendes Ziel und eine vernetzte Aufgabe der gesamten Region sein wird.“

Flyer der Veranstaltung: Faltblatt_Wutach_v13_cl_DIN_A4_Mailversand_v3

Im Detail führte er den Prozess in seiner Rede folgendermaßen aus:

(aus der Ministerrede am 12.9.2014 in Bachheim)

In den vergangenen Monaten wurde ein weiteres Kapitel zur Zukunft des Wutachtales aufgeschlagen:

Auf Einladung des Regierungspräsidiums Freiburg kamen genau in dieser Halle, in der wir uns jetzt befinden, zweimal rund 60 Akteurinnen und Akteure aus der Region mit unterschiedlichster Interessenslage zu einer Zukunftswerkstatt zusammen.

Bei den massiv steigenden Besucherzahlen haben Nutzer und Schützer der Schlucht gemeinsam nach Zukunftslösungen gesucht.

„Wie viel Mensch verträgt die Schlucht?“ wurde zur zentralen hier diskutierten Frage.

Das Ziel der Zukunftswerkstatt:
ein zukunftsträchtiges Leitbild als gemeinsamer Rahmen für die unterschiedlichen Interessen und Akteure im und um das Naturschutzgebiet zu erarbeiten.

Bürgermeister diskutierten mit Landwirten, Gaststättenbetreiber und Hoteliers mit Vertretern der Bergwacht oder des Schwarzwaldvereines, Förster mit Tourismusvertretern oder Naturschutzexperten.

Grundlage der von einem neutralen Moderationsbüro begleiteten Dialog-Werkstatt war eine vorab durchgeführte Bürgerbefragung.

Der Dialog auf Augenhöhe fruchtete:
ohne Konfliktherde auszusparen, bekannten sich alle Beteiligten zu einem naturverträglichen und naturnahen Tourismus.

So wurde ein konkretes Leitbild entwickelt und unterfüttert mit gemeinsam anzugehenden Aufgaben.

Beispiele hierfür sind
– die Erarbeitung eines qualifizierten Wegekonzepts inklusive Mobilitätskonzept oder

– der Runde Tisch Ehrenamt.

Die Landesregierung legt großen Wert auf ein konstruktives Miteinander und unterstützt ausdrücklich den Dialog innerhalb wie außerhalb der Verwaltung.

Gute Kommunikation und Kooperation sind entscheidende Voraussetzungen für einen erfolgreichen Naturschutz.

Kernaussagen zum Jubiläum:

 

1.   Kernaussage: Die Geschichte der  Wutachschlucht ist aus heutiger Sicht auch die Geschichte einer sehr frühen und großen Protestbewegung – einer Bewegung für den Erhalt der Natur im Schwarzwald.

 

2.     Kernaussage: Bei massiv steigenden Besucherzahlen und einer zunehmenden Vermarktung gilt es, zwischen Nutzerinnen und Nutzern und Schützerinnen und Schützern der Wutachschlucht nach Zukunftslösungen zu suchen.

 

3.     Kernaussage: Der Dialog auf Augenhöhe hat Erfolg. Ohne Konfliktherde auszusparen, bekannten sich alle Beteiligten zu einem naturverträglichen und naturnahen Tourismus und entwickelten ein konkretes Leitbild, unterfüttert mit gemeinsam anzugehenden Aufgaben.

 

4.     Kernaussage: Nur in der Partnerschaft mit Kommunen, Behörden, Land- und Forstwirtschaft oder Tourismusbetrieben können wir die einzigartigen Natur- und Kulturlandschaften unseres Landes schützen und bewahren.

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